Wo ist "Der liebe Gott" geblieben?

Ich habe folgenden Kommentar zu meinem Blog erhalten: "Ich frage mich nur, wo der liebe Gott in diesen Tagen geblieben ist?" Darauf moechte ich sehr gerne antworten.
Es ist natuerlich immer einfach, sofort Gott die Schuld zu geben, wenn etwas schlimmes auf der Welt geschieht und ich denke, die Antwort auf diese Frage ist tatsaechlich nicht wirklich einfach. Ich weiss auch nicht alle Antworten, doch dies ist meine persoenliche Meinung und ich bin sehr offen fuer weitere Kommentare, Fragen oder Anregungen.
Ich glaube, dass es das Gott gibt. Doch genau so wie es Gott gibt, gibt es auch Satan. Durch den Suendenfall (wie man auch im 1. Buch Mose 3 nachlesen kann) kam das Boese in die Welt, welches wir als Menschen zugelassen haben. Auch heutzutage noch hat Satan Einfluss in dieser Welt und es geschehen Dinge, die so schrecklich sind wie z.B. Kriege, Hurrikanes, Ueberflutungen, Morde und auch Erdbeben. Ich weiss, dass Gott es niemals beabsichtigt hat, dass diese Dinge geschehen. Man sollte vielmehr sagen, wie schrecklich es ist, was fuer einen grossen Einfluss Satan in dieser Welt hat!
Nicht dass er solche Katrastrophen einfach veranlaesst und sagt, "Ich sende ein Erdbeben hier und eine Flut dort". Ich glaube, dass es solche Naturschauspiele schon immer gab, wie sinst sind unsere Kontinente entstanden? Doch aufgrund unserer fehlenden Verbindung zu Gott sind wir dagegen nicht so sehr geschuetzt/gewappnet/vorbereitet, wie wir es sein koennten.
Wir wurden von Gott erschaffen und er hat uns beauftragt, seine Schoepfung gut zu verwalten. Indem wir uns von Gott abgewandt haben, haben wir die Faehigkeit verloren, dies richtig zu tun. Das bedeutet nicht, dass das Erdbeben z.B. das direkte Ergebnis unserer Suendhaftigkeit ist, doch es ist nicht Gottes Versagen, uns richtig zu beschuetzen. Wir wenden uns von Gott ab und erwarten dann trotzdem, dass er uns in Krisensituationen beschuetzt. Doch er wuenscht sich stetige Beziehung zu uns Menschen, nicht nur dann, wenn es uns schlecht geht und wir ihn auf Knopfdruck herbeiwuenschen.
Trotzdem glaube ich, dass selbst in einer Situation wie dieser Gott etwas Gutes daraus hervorbringen kann. Wenn ich mir taeglich anschaue, wie viele Menschen sich jetzt fuer Haiti einsetzen und wie viele Plaene aufgestellt werden, um dieser Nation langfristig zu helfen, dann glaube ich fest daran, dass dies eine sehr positive Wendung ist. Wie viel tatsaechlich praktisch getan werden kann, wird man waehrend der naechsten paar Jahre sehen, doch ich bin fest davon ueberzeugt, dass Haiti wieder Hoffnung gegeben werden kann!

1 comments:

DerPeer hat gesagt…

Was die angebliche Abwesenheit Gottes in Haiti angeht: Es waren wir Menschen, die in Unkenntnis der geologischen Gegebenheiten in Erdbebengebieten Siedlungen geschaffen haben. Gott kann dagegen nichts tun, aber er ist bei denen die leiden und jeder Mensch der noch so lange nach dem Beben aus den Trümmern gerettet werden konnte ist für mich ein Beweis für die Anwesenheit Gottes in all diesem Leid und Chaos!

Maike, vielen Dank für diesen Beitrag! Allerding bin ich geneigt einer Existenz Satans nur im Sinne eines antagonistischen Menschenbildes das sich mit all seinen Fehlern selbst im Wege steht, zuzustimmen. Eine diametrale Herrscherpersönlichkeit zu Gott lehne ich ab. Schliesslich steht "Satan" im Alten Testament auch durchaus für den Menschen selbst. Und damit ist klar, dass der Mensch selbst für alles Böse verantwortlich ist. Eigentlich erstaunlich, schliesslich hat Gott uns nach seinem Ebenbild erschaffen!

Damit bezweifle ich, dass Erdbeben, Überflutungen, Hurricanes oder andere Katastrophen das Werk eines Satans im Sinne eines "Dämonen" oder eines nichtgreifbaren "Bösen" sind. Es waren wir Menschen die zugelassen haben, dass überall auf der Welt Resourcen bis auf das letzte augebeutet werden. Und WIR haben uns schliesslich dazu entschlossen alles zu ignorieren was Wissenschaftler uns seit Jahrzehnten prognostizieren. Kopenhagen hat uns hierzu ja auch die gesamte geistige - und damit zugleich auch geistliche - Armut der Regierungen unserer Welt vor Augen geführt. Es wäre mir zu einfach all das als abstraktes satanisches Werk zu benennen, gegen das wir nur anbeten können.

Wir alle sind es, die in unglaublicher Bequemlichkeit auf dem Sofa sitzen und uns seit Ewigkeiten auf dem Rücken der Armen ausruhen. Wenn dann etwas so schlimmes geschieht wird halt mal das Portemonnaie gezückt und wir kaufen uns mit Geld frei von unserer Schuld. Natürlich hoffe ich das Haiti der Welt zeigt, wie sehr unsere "1. Welt" auf dem Leid von anderen gebaut wurde. Das hätte nur schon vor dem Beben geschehen müssen. So gesehen ist Haiti nur ein Aufblitzen des schlechten Gewissens und des Mitgefühls, aber es birgt bei aller Tragik eine große Chance auf eine Veränderung, wenn nicht für die Welt, dann für Haiti. Und das wenigstens ist ja mal ein Anfang (auf dem sich niemand ausruhen darf).

Liebe Grüße,
Peer Dicken